Telefon bleibt für Autokäufer weiter der bevorzugte Kommunikationskanal

Auch im digitalen Zeitalter muss sich der Automobilhandel nicht geschlagen geben. Der klassische Automobilverkäufer wird weiterhin vom Kunden gebraucht. Das zeigt eine neue Trendstudie von LDB Mica im Auftrag der LDB Gruppe.

Die Kundenkommunikation wird über immer mehr Kanäle geführt. Kunden nutzen heutzutage verstärkt E-Mail, Chat oder auch Social Media, um Kontakt mit Autohäusern aufzunehmen. Doch was fehlt allen aktuellen digitalen Kanälen? Der direkte Kontakt mit einem Gesprächspartner. Wirklich wichtige Angelegenheiten werden weiterhin am Telefon besprochen! Daher bevorzugen immer noch knapp 59 Prozent der Autohauskunden das Telefon als Werkzeug um mit ihrem Autohaus zu kommunizieren.

Wir haben aktuell 1.013 Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die mindestens einen privaten Pkw in Ihrem Haushalt besitzen, gefragt: Welche Kontaktwege sie bisher mit Autohändlern genutzt haben und wie sie in Zukunft mit Autohäusern kommunizieren wollen?

Das Web spielt mittlerweile beim bzw. vor dem Autokauf eine wichtige, wenn nicht die zentrale  Rolle. Ohne Online geht nichts mehr vor dem Autokauf. Die Kunden suchen heute gezielt im Netz nach relevanten Informationen, Kundenbewertungen oder Schnäppchen. Laut aktuellem DAT-Report 2017 nutzen mittlerweile 76 % der Neuwagenkäufer und 74% der Gebrauchtwagenkäufer das Internet für die Kaufentscheidung.

Doch auf persönlichen Kontakt mit dem Autohaus bzw. dem Autohändler wollen die meisten Autokäufer auch in Zukunft nicht verzichten: Das Telefon bleibt, nach dem Besuch im Autohaus, auch beim nächsten Autokauf der zweitwichtigste Kontaktweg für Kunden. Das ergaben die Ergebnisse der aktuellen Trendbefragung »Kontaktkanäle zum Autohaus in Zukunft«.

Geht es den Kunden um weitere Servicethemen rund um ihr Auto, bevorzugen mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) das Telefon als direkten Kontaktkanal. Die Stärke liegen dabei im persönlichen Kontakt zum Autohaus und der Schnelligkeit der Aufnahme der Kundenanfrage.

Während die jüngere Generation bis 39 Jahren eine höhere Affinität zu digitalen Kanälen aufweist, bestätigt die Befragung, dass Konsumenten für Kauf, Serviceanfragen oder Rückfragen im Verkaufsprozess einen persönlichen Ansprechpartner bevorzugen. Sogar jüngere Autokäufer nutzen weiterhin das Telefon als bevorzugten Touchpoint.

Der Autohändler behält damit seine entscheidende Rolle im Verkaufsprozess, er sollte allerdings inzwischen in den digitalen Kanälen sicher unterwegs sein, da gerade junge Kunden zwischen den verschiedenen Kommunikationskanälen nach Bedarf und Wichtigkeit der Anfrage wechseln.

Bei den Befragten innerhalb der Mica Studie, spielen die meisten Social Media Kanäle (Facebook, Twitter etc.) bei der Kontaktaufnahme mit dem Autohaus bisher keine bedeutende Rolle. Bei der E-Mail sieht das schon etwas anders aus. Bei den unter 39jährigen bevorzugen bereits knapp 15 Prozent den Kontakt via E-Mail mit dem Autohaus. Auch bei den 40 bis 64jährigen punktet mit 7,2 Prozent der Befragten die E-Mail.

Die Herausforderung für Autohändler in Zukunft wird es sein, den Käufer über die unterschiedlichen Kanäle zeitnah zu erreichen und dabei relevante Informationen zum richtigen Zeitpunkt zu bieten. Der Service und Verkauf muss alle Kanäle übergreifend bedienen können, um genau dort mit den Kunden zu kommunizieren, wo diese sich auch wirklich aufhalten.

Persönliche Beratung vor Ort hat der Onlinehandel nicht im Angebot

Eine Schlüsselrolle kommt auch künftig den Servicemitarbeitern im Autohaus zu. Das Servicepersonal ist immer noch die Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um den Kontakt zum Kunden geht. Im Gegensatz zum reinen Online-Händler hat der klassische Autohändler weiterhin persönlichen Kontakt zum Kunden.

In Zukunft werden sicherlich Social Media, Chat, WhatsApp und weitere digitale Dienste das Autohaus unterstützen können und als Kommunikationskanal für Kunden, Interessenten und Neukunden fungieren. Ziel muss es daher sein, die Onlinewünsche der Kunden und die Offlinewelt sinnvoll zu verzahnen und dem Kunden auf allen von ihm gewünschten Kanälen ein einheitliches Serviceerlebnis zu bieten.


Trendbefragung-11-2017-Autokäufer-LDB

Autoindustrie entdeckt Carsharing

In manchen Städten drohen demnächst Fahrverbote, die Diesel-Problematik verunsichert weiter Fahrzeughalter, Städte und Kommunen. E-Autos sollen Abhilfe schaffen, nur sind die teuer, haben zu wenig Reichweite und viele Ladestationen gibt es immer noch nicht. Trotzdem deutet vieles darauf hin, dass sich in den nächsten Jahren in der Mobilitätswelt vieles grundlegend ändern wird. Die Autohersteller wissen, dass sie ihr Portfolio für die Zukunft neu ausrichten müssen, um Kunden bei der Stange zu halten.

Bislang machte die Autoindustrie Milliardenumsätze mit dem Verkauf von Fahrzeugen, die im privaten Besitz sind. Doch dieses Geschäftsmodell gerät nun in Bedrängnis. Die Automobilbranche sieht sich einem radikalen Wandel ausgesetzt: Die Digitalisierung ermöglicht schon heute Carsharing- oder Mitfahrmodelle und öffnet neue Vertriebswege für StartUps, Technologieunternehmen und private Autobesitzer.

Allein durch Carsharing (ohne autonomes Fahren), fallen je nach Studie* pro Fahrzeug in der geteilten Flotte bis zu 15 private Autos weg. Bei autonomen Flotten würde diese Zahl wohl noch deutlich steigen. Ein gigantischer Umsatzeinbruch im klassischen Geschäft wäre die Folge für die gesamte Branche.

Nutzen statt besitzen – dieser Verhaltenswandel bei Autofahrern wird die Automobilindustrie in Zukunft stark ändern. Das Prinzip des miteinander Teilens ist uralt und inzwischen ein neuer Trend mit einem eigenen Namen: Sharing Economy. Und jeder dritte Deutsche nutzt inzwischen Sharing-Angebote. Ein wichtiger Bereich dabei: das Auto. 19 Prozent der 19-28-Jährigen nutzt Carsharing,

Aktuell steht ein Auto statistisch gesehen 23 Stunden am Tag – davon einen großen Teil im öffentlichen Straßenraum. Warum soll also ein Berliner für viel Geld ein Auto kaufen, wenn er nur eine Stunde täglich damit fährt und keinen Parkplatz findet? Um sich auf diese Zukunft vorzubereiten, experimentieren daher auch die etablierten Hersteller mit Carsharingmodellen.

Und das System »Carsharing« boomt. Wie der zuständige Bundesverband (bcs) in Berlin mitteilte, waren zum Jahreswechsel mehr als 1,7 Millionen Bundesbürger bei den Anbietern registriert. Das sei ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Carsharing-Markt wächst also – und das liegt vor allem daran, dass immer mehr Nutzer stationsunabhängige Autos ausleihen. Das ist das Ergebnis einer Erhebung des Bundesverbands Carsharing.

Vor allem junge Menschen wollen keine Autos mehr besitzen. Sie nutzen Carsharing oder eben Bus, Rad oder Bahn – oder kombinieren die unterschiedlichen Transportangebote nach Bedarf. Autofahren im Alltag ja – aber ein eigenes Auto? Muss nicht mehr sein…
Das Mobilitätsverhalten wird vielfältiger werden. Dementsprechend stellen sich die Autokonzerne auf ihre neue Kundschaft und das neue Nutzungsverhalten ein.

Daimler und BMW haben beim Carsharing bereits Erfahrungen gesammelt – und zählen inzwischen zu den Marktführern in Deutschland. Die BMW-Tochter hat über 5.500 Autos in 8 Ländern und 12 Städten im Einsatz und zählt über 875.000 Kunden. Die Daimler-Tochter Car2go ist in über 26 Standorten weltweit mit über 13.900 Autos aktiv.

E-Mobilität und Carsharing gelten daher als zwei zentrale Zukunftstrends in der Automobilbranche. Die Mobilitätsdienstleister sind dazu aufgefordert, ihr Angebot hinsichtlich Antriebssystemen, Elektromobilität & Infrastruktur, stationsgebundene / stationsungebundene Angebote, Konkurrenzsituation und Marketing & Kommunikation fit für die Zukunft zu machen

Mehr über Trends, Aussichten und Chancen in der Mica Untersuchung »Studie zur Shared Mobility in Deutschland und Frankreich«

Shared Mobility Studie in Deutschland und Frankreich vorgestellt

Der Mobilitätsmarkt befindet sich derzeit im Wandel und muss sich auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Die Mobilitätsdienstleister sind dazu aufgefordert, ihr Angebot hinsichtlich Antriebssystemen, Elektromobilität & Infrastruktur, stationsgebundene / stationsungebundene Angebote, Konkurrenzsituation und Marketing & Kommunikation fit für die Zukunft zu machen.

Die Mobilität von morgen ist das große Thema von heute

Durch den Megatrend »Individualisierung« werden Lebensbereiche und somit auch der Bedarf an Mobilität und das Mobilitätsverhalten immer spezifischer. Der Modal Split (Verwendung unterschiedlicher Verkehrsmittel) wird immer breiter und der Wunsch nach Flexibilität größer. Einzig die persönlichen Einstellungen und das Angebot gelten als Ein- oder Ausschlusskriterium für bestimmte Verkehrsmittel.

Es existieren bereits einige Studien, die das Thema Carsharing und die damit einhergehenden Rahmenbedingungen untersuchten. Was bisher fehlt, sind einerseits Trackingstudien, durch die man langfristige Veränderungen und Entwicklungen, bedingt durch Carsharing, messen kann und eine detaillierte Beschreibung existierender Mobilitätstypen in Bezug auf die Shared Economy, die sich neben den »hard facts« wie z.B. Alter und Geschlecht durch ihre Einstellungen zum Thema Verkehr und Mobilität sowie durch ihr Nutzerverhalten beschreiben lassen.

Die aktuelle Studie »Shared Mobility in Deutschland und Frankreich« der LDB Mica Research wurde daher mit dem Ziel aufgesetzt, als repräsentative Tracking-Studie langfristige Veränderungen und Trends des Mobilitätsverhaltens vor allem in Bezug auf Shared Mobility zu messen. Außerdem sollen durch den Bezug der Ergebnisse zu einzelnen Mobilitätstypen, neue Anhaltspunkte für eine Conversion vom Nichtnutzer zum Nutzer identifiziert werden.


Gerrit Hardkop, Head of Market Research DACH, erklärt: »Unsere Studie hat es sich zum Ziel gemacht, als Nullmessung zu untersuchen, wer Carsharing nutzt, wo Potenziale sind, welche Mobilitätstypen es gibt und wie sich das Mobilitätsverhalten dieser verschiedenen Mobilitätstypen gestaltet und zukünftig verändert. Darüber hinaus sollen bisherige Hypothesen zum Carsharing erneut geprüft werden, um Klarheit über möglicherweise veraltete Vermutungen zu gewinnen.«

Die Besonderheit der vorliegenden Studie liegt in der repräsentativen Stichprobe und der Identifikation und Unterscheidung zwischen Nichtkennern des Carsharings, Kennern aber Nichtnutzern und Nutzern. Darüber hinaus erlaubt die Bildung von Mobilitätstypen die Ableitung von Handlungsempfehlungen und Ideen zur Neukundengewinnung.

Zukunftsmarkt Carsharing

Carsharing ist mittlerweile den meisten Autofahrern geläufig: 90 Prozent wissen, was sich hinter dem Konzept der kurzzeitigen Automietung verbirgt. Der typische Carsharing-Nutzer ist männlich (62 %), unter 40 Jahren alt (70 %), zählt zu den Besserverdienern (40 %) und wohnt größtenteils in einem Familienhaushalt (43 %).

Insbesondere Familien mit Zweitwagen erweisen sich als Zielgruppe mit Potenzial, da diese Personen dazu tendieren, den Zweit- oder Drittwagen abzuschaffen. In Großstädten legen 72% der Befragten weniger als 10.000 km mit ihrem am zweithäufgst genutzten Pkw zurück. Bei diesen Rahmenbedingungen lohnt es sich, Carsharing anstatt des eigenen Pkws zu nutzen.

Die in der Studie gewonnenen Ergebnisse zeigen, dass es noch viel Potenzial für Neukundengewinnung und Angebotsoptimierung gibt. Individuelle Bedürfnisse, die jeweilige Lebenssituation und natürlich das Angebot entscheiden letztendlich darüber, welches Verkehrsmittel wann von wem genutzt wird. Die Identifikation verschiedener Mobilitätstypen deutet an, welche Mobilitätsbedürfnisse und Einstellungen bedient werden müssen.

Zur Untersuchung der dargestellten Studieninhalte hat die LDB Mica Research GmbH im März 2017 in Deutschland und Frankreich jeweils ca. 1.000 Führerscheininhaber ab 18 Jahren zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt.

Das Mica Reasearch FactSheets zur »Studie zur Shared Mobility in Deutschland und Frankreich« finden sie auf folgender Seite: https://tinyurl.com/yctqltwq.

Infografik

Den vollständigen Bericht zur Studie können Sie unter info@ldb-mica.de anfordern.

So ticken deutsche Autofahrer wirklich

Dieselkrise und Kartellverdacht, E-Autos, Carsharing, Bikesharing, Fahrverbote… Wer in den letzten Wochen die Zeitungen aufschlug oder Nachrichten sah hatte den Eindruck, die Deutschen würden keine Autos mehr kaufen wollen. Erst im Juli gab es eine Studie des CAR-Forschungszentrums die aufzeigte, der Anteil an Privatkäufen hatte einen neuen Negativrekord erreichte. Gerade einmal 34,6 Prozent der gekauften Neuwagen wurden auf Privatleute zugelassen. Dazu die Diskussionen um Fahrverbote und Quoten für E-Autos, der Dieselgipfel und das boomende Carsharing in Großstädten. Unsicherheit über die Zukunft des Autos und verschwundenes Vertrauen in die Automobilhersteller taten ein Übriges.

Und jetzt kommen zwei Studien heraus, die zeigen: In Deutschland herrscht große Lust auf einen Autokauf. 41 Prozent der in der ARAL-Trendstudie 2017 Befragten, wollen sich in den kommenden 18 Monaten ein Auto zulegen.
In der aktuellen Umfrage, des Instituts für Demoskopie Allensbach (im Auftrag der FAZ) antworteten 59 Prozent der befragten Autofahrer mit »Nein« auf die Frage »Könnten Sie sich vorstellen, auch ohne Auto im Haushalt auszukommen?«. Weitere 32 Prozent sagten, das wäre für sie nur schwer vorstellbar. Weniger als 10 Prozent der Autofahrer könnten auf ihr Auto verzichten.

Das Auto spielt im Alltag der meisten Deutschen eine größere Rolle als je zuvor

Die Vorstellung das Auto ist ein Auslaufmodell, geht an der Lebenswirklichkeit der meisten Deutschen weit vorbei. Rund 45 Millionen Privatwagen waren im Jahr 2016 in Deutschland zugelassen, fast dreieinhalb Millionen mehr als 2010. 82 Prozent der Haushalte verfügen nach der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach über mindestens ein Auto, 78 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren fahren zumindest gelegentlich selbst, das sind 20 Prozent mehr als vor 20 Jahren. Die Begeisterung für das Auto, wie wir es heute kennen, ist ungebrochen.

Politik und Medien sind den durchschnittlichen Autokäufern Lichtjahre voraus. Besonders groß ist die Lücke zwischen politischer Diskussion und Lebenswirklichkeit der Menschen beim Thema Elektroauto. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in Politik und Medien verkündet wird, Verbrennungsmotoren hätten ausgedient, und dem Elektroauto gehöre die Zukunft. Schaut man sich die Umfrageergebnisse an, kommt man um die Erkenntnis kaum herum, dass es sich wohl immer noch um SciFi handeln muss. Auf die Frage: »Käme es für Sie in Frage, in den nächsten Jahren ein Elektroauto zu kaufen, oder käme das für Sie eher nicht in Frage?«, antworteten nur 30 Prozent mit »Kommt in Frage.« Die Zahl derer, die den Kauf eines Elektrofahrzeugs ablehnen liegt dagegen bei 50 Prozent.

Also gute Zeiten für den Autohandel?

Der Wunsch nach einem anderen Auto ist so groß wie nie zuvor, sagt die aktuelle Aral-Studie zum Autokauf 2017. Vor allem Neuwagen sind gefragt. Jeder vierte Befragte will ein fabrikneues Auto kaufen. Die Umfrage zeigt dabei eine unverändert hohe Rabatterwartungen, aber auch viel Unsicherheit rund um die Verhandlung im Autohaus. So rechnen Deutschlands Autofahrer mit einem Preisnachlass von durchschnittlich 14 Prozent. Fällt der Nachlass nicht wie gewünscht aus, ziehen 51 Prozent der Befragten einen Markenwechsel in Betracht. Das ist für den Kunden nachvollziehbar. Nach Abwrackprämie, Elektroprämie und nun die Umstiegsprämie, immer mehr Autohersteller bieten Prämien beim Kauf eines Neuwagens an. Und das nutzen Neuwagenkäufer natürlich gerne aus.

Bei der Wahl des Motors, muss der Dieselantrieb empfindliche Einbußen hinnehmen: Nur noch 18 Prozent der Befragten wollen beim nächsten Kauf einen Selbstzünder bestellen, vor zwei Jahren waren es noch 31 Prozent. Davon profitiert vor allem der Benziner: 52 Prozent wollen jetzt lieber einen Benziner kaufen. 15 Prozent setzen auf Hybride, und nur fünf Prozent wollen auf ein »reines« Elektroauto umsteigen. Elektroautos sind offenbar auch nach Jahren intensiver Förderung für den normalen Fahrzeugnutzer nicht attraktiver geworden.

Vertraut man den Studien, wird der Handel aller Voraussicht nach von einem sehr freundlichen Konsumklima profitieren und hat die Chance noch unentschlossene Kunden für die eigene Marke zu begeistern.

Zwar hat im Zuge der Debatte um das mutmaßliche Autokartell und die Zukunft des Diesels der Ruf der Premiumhersteller Volkswagen, BMW und Daimler im Monat Juli in der öffentlichen Meinung einen Tiefpunkt erreicht – das ergibt sich aus einer Analyse der Berichterstattung in diversen Medien, für die das Medienanalysehaus Media Tenor mehr als 100.000 Beiträge über Dax-30-Unternehmen und ihre Vorstände ausgewertet hat. Daher ist es nicht verwunderlich, das Volkswagen in der Käufergunst gesunken ist. Nach Audi und BMW liegt Volkswagen nur noch auf Platz drei der infrage kommenden Marken für einen Neuwagenkauf.

Das Wunschauto der Deutschen (laut ARAL-Trendstudie) ist daher auch ein Audi, eine Limousine in der Farbe Schwarz. Es hat einen Benzinmotor, kostet knapp unter 30.000 Euro und wird bar bezahlt. Wichtigste Extras sind eine Klimaanlage und ABS-Bremssystem.

Das Auto ist im Alltag der Deutschen wichtiger als je zuvor. Von seinem Ende kann jedenfalls keine Rede sein.

Neue Chancen für den Autohandel

Das Interesse am Onlinekauf ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen würden fast drei von vier Kunden (72 Prozent), ein Fahrzeug online kaufen, so das Ergebnis der aktuellen »Cars Online«-Trendstudie von Capgemini. Insgesamt meinten 42 Prozent der Befragten, dass sie ihr Auto in der Zukunft »wahrscheinlich« oder »sehr wahrscheinlich« online kaufen werden. 57 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ein Fahrzeug aus dem Online-Store eines OEMs zu kaufen. Eine nahezu ebenso große Personengruppe würde dies über das Online-Portal eines Händlers oder eine entsprechende Plattform eines Drittanbieters in Erwägung ziehen, die Käufer und Händler zusammenbringt. Die Gründe für den Online-Kauf eines Fahrzeuges sind für die überwiegende Mehrheit der Konsumenten ein besserer Preis (55 Prozent), Zeiteinsparungen (51 Prozent) oder die Möglichkeit, Angebote verschiedener Hersteller zu vergleichen (47 Prozent). Gegenwärtig sehen aber noch drei von fünf Autokäufern in der fehlenden Testfahrt ein mögliches Hindernis für einen Online-Kauf.

Einfluss von Händlern schwindet

Die Technologie-Affinität der Konsumenten wächst und wirkt sich immer mehr auf den Entscheidungsprozess beim Autokauf aus: Wer einen Autokauf plant, informiert sich vorab im Internet. Wichtigste Informationsquelle sind dabei überraschenderweise unabhängige Pressebeiträge, Zeitungsartikel und -berichte (50 Prozent). Erst dann folgen Herstellerwebseiten (48 Prozent), der Besuch beim Händler selbst 40 (Prozent) und Händler-Webseiten (38 Prozent). Das Vertrauen der Konsumenten in die Werbung und Veröffentlichungen der Hersteller ist signifikant gesunken. Geht es um konkrete Kaufentscheidungen, besuchen Interessenten immer häufiger die verschiedenen Social Media Kanäle (43 Prozent). Knapp 39 Prozent lassen sich hier »wahrscheinlich« (23 Prozent »sehr wahrscheinlich«) von positiven Bewertungen und Kommentaren vor ihrem Kauf beeinflussen.

Das zeigt die ständig wachsende Bedeutung von Social Media auf die Kaufentscheidung. Zeitschriften, Zeitungen und Online-Nachrichten haben bisher einen noch etwas größeren Einfluss auf den Autokauf als Social Media. Aber die Zahlen zeigen: Soziale Medien spielen hier schon heute eine erhebliche Rolle.

Das Informations- und Kaufverhalten hat sich weiter ins Internet verlagert und wird das klassische Autogeschäft immer mehr verändern. Der Weg eines Autokäufers führt immer seltener in ein Autohaus. 2015 gaben noch 26 Prozent der deutschen Befragen an, vor einem Autokauf vier bis fünfmal ein Autohaus zu besuchen. 2017 lag diese Quote bei nur noch 15 Prozent. Die meisten Autokäufer (70 Prozent) absolvieren vor dem Kauf aber immer noch zwei bis drei Besuche im Autohaus. Wenig überraschend ist, 70 Prozent der Befragten kommen wegen einer Probefahrt ins Autohaus. Gerade mal 26 Prozent suchen wegen einer Beratung ihren Händler auf. Trotzdem erwarten die Besucher einen kompetenten Ansprechpartner, der sie berät und umfassend technisch geschult ist.

Autohäuser ganz ohne Autos

Digitalisierte Darstellungsformen wie Virtual Reality-Präsentationen, Livechats oder Videoblogs werden im Vorfeld des Autokauf immer häufiger nachgefragt. Autokäufer wünschen sich Simulatoren zur Kostenkalkulation, interaktive Präsentationssysteme oder digitale Animationen von High-Tech-Funktionen. Besonders beliebt ist die Produktpräsentation via Virtual Reality. 69 Prozent der Befragten bekunden ihr Interesse an einer solchen Fahrzeugdarstellung.

Weitere Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus dem Report finden Sie hier:

In der Cars Online Studie untersucht Capgemini in regelmäßigen Abständen das Verhalten von Kunden sowie ihre Erwartungen über den gesamten Zyklus eines Autokaufs hinweg. Sie erfasst dabei die Sicht der Kunden auf verschiedene Innovationsfelder, wie vernetztes Fahrzeug, autonomes Fahren oder alternative Mobilitätsdienste. Für die 17. Ausgabe der Studie wurden 8.101 Verbraucher weltweit befragt. Alle Teilnehmer befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung im Kaufprozess eines Fahrzeugs. Durchgeführt wurde die Studie im Januar 2017 in den Ländern Brasilien, China, USA, Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien.